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Die Jodo Shinshu ist eine buddhistische Tradition, die zu den "Reinen-Land"-Schulen zählt. Sie wurde von Shinran Shonin (1173-1262) auf der Basis der Lehren seines Meisters Honen Shonin und unter Berücksichtigung früher indischer, chinesischer und japanischer Mahayana-Lehren begründet. Derzeitiges Oberhaupt des Nishi Hongan-ji, eines der beiden Haupttempel in Kyoto, ist Koshin Otani (Monshu). Nicht nur bei japanstämmigen Anhängern in aller Welt findet der lebensoffene, auf den Laien ausgerichtete Shinbuddhismus Zustimmung. In Deutschland gibt es Anhänger dieser größten japanischen buddhistischen Richtung seit den fünfziger Jahren als das damalige Oberhaupt Monshu Kosho Otani Europa besuchte.

Grundlegende Praxis ist nicht die Übung von Meditationstechniken wie etwa beim Zen, sondern das Entwickeln gläubigen Vertrauens ("shinjin") zur Fürsorge des transzendenten Buddha Amida (Amitabha), was bereits der historische Buddha Shakyamuni als buddhistisches Hilfsmittel ("hoben") für den Weg der Laien empfahl. In der Formel "Namu Amida Butsu" (= ich werde mir der Befreiung durch den Buddha Amida vertrauensvoll bewußt) zeigt sich die Relativierung eigenen Bemühens. In der weiteren religiösen Praxis der Rezitation von Lehrtexten und in ethischen Idealen, wie dem der Bescheidenheit, gibt es viel Gemeinsamkeiten mit dem Zen.

 

 

 

 

 

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Basis-Informationen
über die
Jodo Shinshu

 

Namu Amida Butsu

 

Weitere Infos siehe:

Shin Do


Literaturliste

Deshalb konnte der bekannte Gelehrte Daisetz T. Suzuki Zen und Shin als Bruder und Schwester oder als die beiden Seiten ein und derselben Medaille bezeichnen. Mißverständnisse über eine vermeintliche inhaltliche Nähe des Shinbuddhismus zum Christentum und zu dessen "absoluten Glauben" bestehen seit den Tagen christlicher Missionsversuche in Japan und China, lösen sich jedoch bereits bei oberflächlicher Kenntnis des Mahayana-Buddhismus (z.B. des Bodhisattva-Ideals) und auch des Theravada-Buddhismus ("shraddha" = Glaube bzw. Vertrauen als Grundlage für die Hingabe an die Dharma-Lehre) in sprichwörtlichem Nichts auf. Auch hat das "Reine Land" (Jodo; sukhavati) als Ort der Erleuchtung in der Lehre Shinrans nichts mit dem christlichen Paradies gemein. Wie der Mahayana-Begründer Nagarjuna hielt der Shonin die Vorstellung von einer Trennung zwischen einer leidbehafteten Welt (samsara) und einer anderen vollkommenen Welt (nirvana) für unheilsam.
Shinran kann auch als einer der bedeutendsten Sozialreformer gelten, da er sich sehr früh in der Geschichte der Menschheit für die Gleichberechtigung der Frau und für die Freiheit des Denkens von klerikalen Verkrustungen einsetzte. Heute besteht eine Vielzahl an Schulen, Universitäten, sozialen Einrichtungen und Stiftungen von Anhängern der Jodo Shinshu in Japan und weltweit.

Daishin J.W.